Aus meinem Umfeld:
Gewicht: Mein Vater kommentiert generell das Gewicht von Bekannten und auch von völlig Fremden ohne Anlass. ("Die is a gut durchn letzten Winter gekommen." etc) Bei Frauen dann auch gleich in Zusammenhang mit deren Attraktivität. Da ich damit aufgewachsen bin, fand ich das lange Zeit gar nicht komisch. Mittlerweile schüttle ich innerlich den Kopf drüber und beteilige mich nicht an solchen Diskussionen.
Bei meiner Schwester, die bummelig / mollig war als Kind und Jugendliche, wurde immer wieder das Gewicht kommentiert, und ihr Spitzname wurde von ihrem Gewicht abgeleitet (total irre, wenn man drüber nachdenkt). Als sie dann als Erwachsene abgenommen hat, wurde das ebenfalls kommentiert, auch von Leuten, die sie gar nicht gut kannten.
Mein Gewicht wurde natürlich auch kommentiert, aber meistens eher in die Richtung: "Nein, das kann nicht sein, dass du so viel wiegst." oder "Du bist doch eh schlank." Ähm sowas ist kein Kompliment, es ist eine Anmaßung und eine sinnlose Bewertung.
Bin natürlich auch damit aufgewachsen, dass in den Medien ständig das Gewicht von Stars kommentiert wurde und unvorteilhafte Fotos veröffentlicht wurden, die zeigen, wie Stars mit Cellulite oder Bauch am Strand herumlaufen - oh mein Gott, wie können die nur!

In meiner Schulfreundinnen-Clique wurde auch ständig das Gewicht von anderen Mädchen kommentiert, wer "fett" sei usw.
Hautfarbe: Ich hab so oft Kommentare zu meiner blassen Haut bekommen, die völlig sinnlos waren. Ich kann meine Haut und meinen Bräunungsgrad ja ned ändern (außer mit Selbstbräuner).
Narben: Mein erster Freund meinte, er finde Narben unsexy. Und obwohl ich die Aussage komisch fand, war ich auch irritiert, weil ich hatte damals schon jede Menge kleiner Narben von Muttermalentfernungen. Tja, dann hat er nach einer schirchen Krankengeschichte selbst eine riesige Narbe auf der Pobacke bekommen. Dann haben wir nimma über das Thema geredet.
Kleidung: Meine Oma hat sich immer abfällig geäußert, wenn irgendwas, das meine Schwester oder ich anhatten, entweder zu sexy (bauchfrei) oder zu burschikos (weite Hose) war. Beides war keine "angebrachte" Kleidung für ein braves Mädchen.
Sowohl mein Vater als auch mein erster Freund haben mir zu verstehen gegeben, in Hauskleidung sei die Partnerin nicht sexy.
Mein Papa hat uns Töchtern nach der Trennung meiner Eltern ernsthaft erklärt, es habe ihn so gestört, dass er nach der Arbeit heimkam und unsere Mutter "noch im Bademantel" war, mit zwei Kleinkindern. Grad dass er nicht frei heraus gesagt hat, "Deswegen bin ich fremdgegangen".

Und auch diese Aussage fand ich damals schon komisch. Und trotzdem hab ich verinnerlicht, dass Männer Frauen im Bademantel unsexy finden (was ja gar ned pauschal stimmt).
Meinem Freund konnte ich nicht zustimmen. Ich finde nämlich Hauskleidung und Pyjamas, Bademäntel etc. sehr wohl sexy, halt auf andere Art und Weise als das kleine Schwarze, aber dennoch. Und davon abgesehen ist es im eigenen Zuhause niemandes Aufgabe, jederzeit sexy rumzulaufen. Ich denke, unterbewusst wars trotzdem ned so super für mich, zu wissen, in Jogginghose bin ich unattraktiv.
Auch eine sehr fragwürdige Aussage meines Vaters, als ich mal ein schönes Sommerkleid anhatte, das vermutlich als sexy durchging: "So fesch bist heute. Dass du keinen (Mann) findest." Das sollte wohl ein Kompliment sein.

Ich schwörs euch, jedes Mal, wenn ich dieses Kleid wieder anhatte, musste ich daran denken.
Meine Mutter hat keine kurärmeligen Oberteile getragen, wenn sie außer Haus ging, damit niemand ihre "schwabbeligen Oberarme" sieht. Das hab ich überhaupt nicht verstanden, und trotzdem ertappe ich mich jetzt dabei, wie ich vorm Spiegel meine Oberarme in kurzärmeligen Tops mustere. Danke Mama.
Ich hab auch immer noch verinnerlicht, dass Frauen in high heels besonders sexy seien. Ich konnte und wollte wegen meiner Fußprobleme nie Stöckelschuhe tragen, ergo war ich nicht sexy.

Wenn ich neben einer anderen Frau stehe, und die hat Stöckelschuhe an und ich nicht, fühl ich mich sofort um 3 Grade unattraktiver. Total gestört ich weiß.