Autor Thema: Impfen  (Gelesen 2842 mal)

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Online Charisma

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Impfen
« am: 24-02-2015, 12:45:01 »
Das Thema ist im Moment ja brandaktuell.
Immer mehr Leute lassen ihre Kinder bzw. sich nicht impfen, dadurch sind bereits verschwunden gewesene Krankheiten wieder auf dem Vormarsch.

In Berlin ist ein 1,5 Jahre altes Kind an Masern gestorben, und die Frage nach einer Impfpflicht wird laut.
http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-02/masern-ausbruch-berlin-kleinkind-gestorben

Wie seht ihr das?
Seid ihr für oder gegen Impfen?
Was würdet ihr zu einer Impfpflicht sagen?
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Re: Impfen
« Antwort #1 am: 24-02-2015, 13:37:09 »
Also ich bin für sinnvolles Impfen...Kinderkrankheiten, die jetzt nicht soo todgefährlich sind, kann man die Kinder find ich schon auskurieren lassen (irgendwie muss sich ein Immunsystem ja auch aufbauen), jeden Scheiß würd ich nicht mit einer Impfung bekämpfen...aber das ist halt eine individuelle Frage, manche ham a starke Abwehr, andere net...im Zweifelsfall würd ich mein Kind aber doch eher impfen lassen...

Aber mal abgesehen davon, ich empfind eine Impfpflicht eigentlich als Frechheit, erstens bin i ka Hund, zweitens, was soll noch alles vorgeschrieben werden und drittens ist das in meinen Augen auch gar nicht durchführbar ist, jemandem ohne Zustimmung oder medizinischen Notfall eine Nadel in den Körper zu rammen ist eigentlich ein Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit...
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Offline FaceValue

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Re: Impfen
« Antwort #2 am: 24-02-2015, 14:12:32 »
Ich tu mir schwer, da eine richtige Lösung für mich zu finden. Ich überleg ja schon jedes Jahr aufs Neue, ob ich Grippe impfen gehen soll oder nicht. Mich zu entscheiden, ob ich mein Kind gegen ernste Krankheiten impfen lassen soll oder nicht, find ich fast unmöglich. Es gibt so viel für und wider. Zum Glück is die Frage für mich nur hypothetisch.

Eine Impfpflicht fände ich arg. So akute Seuchengefahr droht uns nicht, dass das angebracht wäre.
Die Impfpflicht einzuführen, weil ein Kind an Masern gestorben ist, find ich genauso übertrieben, wie im Kindergarten mitgebrachte Speisen zu verbieten, weil ein Kind mal eine allergische Reaktion hatte.
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Online Charisma

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Re: Impfen
« Antwort #3 am: 24-02-2015, 14:34:43 »
Ich seh das anders.
Ich lese schon längere Zeit beängstigt, dass viele Leute sich nicht mehr impfen lassen, oft mit dem Argument, es gäbe die Krankheiten nicht mehr bei uns. Ja, richtig, es gibt sie nicht mehr, wenn alle durchgeimpft sind.
Es ist mMn keine Entscheidung, die ich für MICH treffe, für mein Kind treffe, es ist eine Entscheidung, die ich für die Allgemeinheit treffe.
Ich rede hier nicht von Impfungen, die nur mich was angehen, wie zB. die sogenannte "Zeckenimpfung".

Masern und Röteln, nur als Beispiele, sind Krankheiten, die gefährlich werden können. In den wenigsten Fällen geschieht das, aber es kommt vor, und das ist mMn genug. Jedes Kind, das daran stirbt, ist eines zu viel.
Und Masern impft man zB. nicht, wenn ein Kind unter ein Jahr alt ist. Das ist mMn das Schlimme: Wenn da nur ein paar Leute die Krankheit haben, kann es ein ungeimpftes Kind - ungeimpft wohlgemerkt, da zu jung - schon bekommen.

Keuchhusten, Kinderlähmung, Röteln (die ja zu schwerwiegenden Behinderungen beim Ungeborenen führen können, zB.), Masern usw. können gefährlich werden, ein Kind in seiner Entwicklung beeinträchtigen. Ich verstehe nicht, wie man das freiwillig nicht machen kann, wie man das auch nur anzweifeln kann.
Und genau deswegen wäre ich für eine Pflicht. Denn auf die Vernunft der Bevölkerung zu bauen, kann man mMn vergessen, ein Staat muss Dinge vorschreiben, denken wir doch mal an die Schulpflicht, Gurtpflicht, Kindersitzpflicht, ...

Eine Pflicht ist aber, zumindest hieß es das gestern, wäre in Ö verfassungswidrig. Somit kann ich nur hoffen, dass viele Leute einsehen, wie gefährlich das Nicht-Impfen allen werden kann.
Unser Kind wird bestimmt nach dem Österreichischem Impfplan geimpft, für meinen Mann und mich besteht da kein Zweifel.

Und für alle, die da gern mehr wissen würden:
http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-02/masern-impfung-sieben-gruende
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Bedeutung/Schutzimpfungen_20_Einwaende.html#doc2378400bodyText6
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Offline LadyVader

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Re: Impfen
« Antwort #4 am: 24-02-2015, 15:12:49 »
Ich bin mehr dafür, als dagegen. Ich bin auch ein "geimpftes Kind" (wörtlich genommen *g*) und hab nie schlechte Erfahrungen gemacht (naja mit einer Ausnahme, aber da war ich auch selbst schuld) oder hatte eine Impfreaktion oder spätere Nebenwirkungen.
 
Grob gesagt hab ich das ganze Standardimpfprogramm hinter mir und frische auch den Empfehlungen entsprechend auf. Für Reisen ins Ausland habe ich mich auch schon gegen Typhus impfen lassen, weil es mMn und dem Arzt nach Sinn machte.
 
Einzig von der Grippeimpfung halte ich (für mich selbst) aus mehreren Gründen rein gar nichts.
 
Froh bin ich auch, dass die HPV-Impfung für mich kein Thema mehr ist und ich nicht 10 oder 20 Jahre jünger bin. Da gibt es mir einfach noch zu wenige (Langzeit-)Studien und Informationen.
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Offline TheMechanix

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Re: Impfen
« Antwort #5 am: 24-02-2015, 15:20:04 »
Es ist aber genauso eine Entscheidung krank arbeiten zu gehen, oder sein Kind krank in die Schule zu schicken...insofern könnt man auch über ein Verbot von krankem Erscheinen in der Schule oder am Arbeitsplatz nachdenken...ich bin kein Impfgegner, aber mit einer Impflicht hab ich ein Problem...ja, der Staat muss Dinge vorschreiben, aber wieviele denn noch? Wir san eh scho totreguliert, und jede weitere Regulierung beschleunigt nur den Teufelskreis...Eigenverantwortung und selbstständiges Denken sind wie Muskeln, je weniger man sie benützt, desto mehr verkümmern sie...

Außerdem: eine Kindersitzpflicht ist kein Eingriff in die Gesundheit eines Menschen...und wenn ma amal anfangen, Eingriffe in die Gesundheit eines Menschen ohne freiwillige Zustimmung oder medizinischen Anlass staatlich zu verordnen, dann is unser Staat scho komplett zum Vergessen...ob ich mir eine Nadel reinrammen lass, entscheid ich selbst, und wenn ich dazu (noch) nicht in der Lage bin, dann will ich, dass das mir Nahestehende (möglichst in meinem Sinn) tun, aber auf keinen Fall darf das ein Muss sein, schon rein aus menschenrechtlicher Sicht...ganz abgesehen davon, dass das wieder Verwaltungskosten nach sich zieht, wär intelligenter das Geld dafür aufzuwenden, die Leute von der Sinnhaftigkeit von Impfungen zu überzeugen...
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Offline Varruckte

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Re: Impfen
« Antwort #6 am: 24-02-2015, 15:44:30 »
Ich seh das ähnlich: Ich will keine Impfpflicht - weil ich selber entscheiden will wogegen ich mich und meine hypothetischen Kinder impfen lassen will.

Grundsatzlich bin ich eher für Impfungen - aber ich will mich damit auch beschäftigen und ggf auch Nein sagen können.
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Offline lara_ela

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Re: Impfen
« Antwort #7 am: 24-02-2015, 15:46:37 »
Mechaniker, du vergisst die Inkubationszeit.

Im Zillertal hatten jetzt viele Mumps.
auch Keuchhusten gibt es wieder vermehrt...

Impfgegner haben früher von der hohen Durchimpfungsrate profitiert.

Ich bin in letzter Zeit froh, dass ich noch die Pockenimpfung bekommen hab.

Ich verstehe Mechanikers Ablehnung einer Pflicht. Allerdings ist das Argument, dass der Staat eh schon so viel reguliert für mich nicht zutreffend, da die anderen Regelungen nichts über die Qualität der nächsten aussagen.
Sagen wir, es gibt einen Staat ohne Regelungen.
Dann werden Schuhbänder verboten, weil man darüber stolpern kann
Dann wird Zähneputzen Pflicht und man muss immer einen Färbetest machen und protokollieren
Dann wird das Essen von einem Apfel am Tag Pflicht

Und dann wird diskutiert, ob man eine Gurtepflicht einführt, weil zu viele Kinder, die sich ja selbst nicht anschnallen, im Straßenverkehr sterben.
Und dann kommt als Argument, dass es ja eh schon so viele Regelungen gibt?
Es sollte keine Frage der Quantität sein.

Nächster Einwand: Eingriff in die Gesundheit des Menschen.
Nicht vielleicht, wie Charisma schrieb, Eingriff in die Gesundheit von vielen Menschen?

Es ist keine leichte Frage finde ich. Und daher fällt es mir weder leicht "nein" zu sagen, als auch "ja".
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Re: Impfen
« Antwort #8 am: 24-02-2015, 15:57:38 »
Stimmt, Inkubationszeit hab ich vergessen, aber nur um zu zeigen, dass es generell auch andere Möglichkeiten gibt, Krankheiten ein wenig einzudämmen, nämlich Isolation...und grad weil ich für qualitative Regeln bin, bin ich gegen eine Impflicht...weniger, weil die Impfpflicht qualitativ abzulehnen wär, aber wenn man heute Impfungen veordnet, werden morgen ganz andere körperliche Eingriffe, die dann keine Qualität mehr haben, sondern vielleicht dumm sind, einfach auch verordnet...man mag mich meinetwegen paranoid nennen, aber ich leb lieber in der Freiheit, selbst entscheiden zu dürfen, ob ich oder meine (eh nicht vorhandenen) Kinder gegen Grippe geimpft sind, als dass ich mir staatlich veordnet Medikation impfen lassen muss...ein intelligenter Mensch lässt sich sowieso gegen die empfohlenen Krankheiten impfen...

Und nein, man kann's nicht umdrehen, ein Nichtgeimpftsein ist kein Eingriff, sondern bestenfalls ein möglicher Eingriff... :P

Mir fallt bei der Diskussion irgendwie die Diskussion zum Thema Beschneidung ein, da lehnen komischerweise alle einen Eingriff in die Gesundheit eines Menschen mit Verweis auf die Menschenrechte ab...also wenn für die herrschende Meinung ein Eingriff positiv ist, dann dürf ma's eh...
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Offline lara_ela

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Re: Impfen
« Antwort #9 am: 24-02-2015, 16:26:19 »
Interessanter Vergleich am Ende, dem ich aber nicht zustimme, da es bei einer Beschneidung nur um die Gesundheit des Beschnittenen geht, während es bei der Impfung auch um die Gesundheit von anderen geht.
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