Autor Thema: Neurodivergenz  (Gelesen 149984 mal)

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Offline wuschelengel

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Neurodivergenz
« am: 21-07-2026, 15:13:27 »
Ich habe mich entschieden, nachdem ich nun offiziell diagnostiziert bin, einen möglichst offenen Umgang zu pflegen, auch um mehr Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen. 

Nachdem das Forum seit vielen Jahren eigentlich DER Sozialraum ist, der für mich am besten funktioniert, ein richtig toller Safe Space ist und ich die Mitglieder hier so schätze, möchte ich gern mein neues Wissen über mich selbst hier ganz öffentlich teilen. 

Ich bin neurodivergent und meine Diagnose ist eigentlich ein Zufallstreffer. Ich war aus einem völlig anderen Grund Anfang des Jahres bei einer Neurologin. Die hat mich dann gefragt, ob ich ADHS habe. Als erste Reaktion habe ich gelacht und negiert- weil ich ja pünktlich bin und Leute mit ADHS unpünktlich sind.  :-X Dann habe ich mich mit dem Thema gründlicher auseinandergesetzt, auch im Rahmen meiner Psychotherapie. Es hat sich herausgestellt, dass auch meine Tochter deutliche Anzeichen von ADHS trägt und sie wurde Ende des Schuljahres auf eigenen Wunsch hin  getestet- und hat seither die Diagnose. Ich habe mich dann entschieden, die psychologische Diagnostik auch bei mir durchführen zu lassen, mit Verdacht auf ADHS und Autismus. Die ADHS Diagnose hat sich mit großer Eindeutigkeit und weit überdurchschnittlichen Resultaten bestätigt. Die Autismusdiagnose wurde letztlich nicht gestellt, obwohl ich durchaus autistische  Züge habe. Es ist allerdings ein Spektrum und meine Werte waren nirgends so hoch, dass es als Störung klassifiziert wird. 


Ein bisschen Info, was Neurodivergent überhaupt bedeutet- da ich mich auch erst seit kurzem damit auseinandersetze und auch viel (falsches) Halbwissen hatte:
-) das ist eine angeborene Störung, keine Krankheit (und nicht heilbar, aber therapier- und behandelbar) 
-) Reiz- und Informationsverarbeitung: während neurotypische Gehirne Filter haben, um unwesentliches Auszublenden,machen neurodivergente Gehirne das nicht. Das führt oft zu Erschöpfung und Overload. 
-) Neurotransmitter im Gehirn werden anders reguliert- das verändert Aufmerksamkeit, Handlungsinitiierung, kognitive Flexibilität 
-) denken findet sehr vernetzt statt, Schritt für Schritt verarbeiten funktioniert nicht - das kann bei komplexen Problemlösungen auch begünstigend wirken
-) Masking: Neurodivergente Menschen wenden enorm viel Energie dafür aus, das Verhalten neurotypischer Personen zu imitieren, um sozial möglichst nicht aufzufallen

Nachteile von Neurodivergenz:
-) unser Sozialleben ist auf neurotypische Personen ausgerichtet
-) Overloard/ Erschöpfung des Nervensystems durch Reizüberflutung
-) erhöhter Energieaufwand durch Masking/ man ist selten man selbst
-) Probleme mit Emotionsregulation
-) Standardisierte Ausbildungs- und Arbeitssituationen sind meist schwer bewältigbar

Vorteile von Neurodivergenz:
-) vernetztes Denken, Querverbindungen herstellen
-) Hyperfokus: bei entsprechendem Interesse enorme Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, hohe Ausdauer bei Spezialaufgaben
-) hohe Detailwahrnehmung und Spezialwissen
-) Hochsensibilität bei Sinneswahrnehmungen kann Vorteil sein 
-) schnelle Impulsverarbeitung ermöglicht schnelle Entscheidungen

Meine persönlichen Erfahrungen:
-)Ich habe mich immer "anders" gefühlt, das auch artikuliert. Ich hatte in sozialen Gefügen immer große Probleme, vor allem in der Schule, aber auch am vorigen Arbeitsplatz. 
-) ich konnte in der Schule trotz hoher Merkfähigkeit immer nur in einzelnen, Fächern sehr gute (da aber herausragende) Leistungen erbringen. Die restlichen Noten waren mäßig.
-) Ich habe Misophonie (extreme Überempfindlichkeit bei Geräuschen)- wenn ich das artikuliert habe, wurde ich in der Kindheit von älteren Verwandten oft aufgezogen damit, dass ich so empfindlich bin
-) ich habe extreme Berührungsempfindlichkeit /starkes, taktiles Empfinden in einzelnen Körperregionen, vor allem am Kopf. Ich kann keine Kopfhörer tragen (sehr undankbare Kombi mit der Misophonie, weil die erste Empfehlung immer Noise Cancelling Kopfhörer sind) - und verstehe jetzt warum Maskentragen während Corona mir enorme Schmerzen verursacht hat, die Leute aber schlicht nicht nachvollziehen, warum das so furchtbar für mich ist und ich nicht verstanden habe, warum das nicht alle so furchtbar finden. Mein Leiden war nicht eingebildet, es war für mein Nervensystem schlicht nicht ausblendbar- für mich war das Gewicht der Masken viel schwerer, als für die meisten Menschen. 
-) ich kann Geräusche in einem Raum, die unterschiedlich laut usw. sind nicht filtern. Deswegen kann ich auch mit Musik nicht soviel anfangen- ich kann das schlecht differenzieren, wenn da zB verschiedene Instrumente spielen.  Das irritiert mich eher. Volle Lokale sind für mich wesentlich anstrengender, weil ich ALLE Geräusche, jedes Besteckklappern immer sehr laut höre. Dieses Geräuschfilterproblem war auch immer in der Schuhe ein Problem, bei Frontalunterricht. Ich habe jeden Radiergummi gleich laut gehört, wie die Stimme vom Lehrer. 
-) ich war immer schon unordentlich, weil ich schlicht keine Systematiken für Ordnung finden kann. Deswegen ist jede Form der Hausarbeit für mich wahnsinnig anstrengend. 
-) ich verliere meine Aufmerksamkeit- deswegen gehen mir dauernd die Nudeln über, deswegen stoße ich mich dauernd wo an usw.
-) Autofahren!: meine Raumwahrnehmung ist anders und Autofahren ist mit permanenten, differenten Reizen verbunden. Deswegen strengt es mich so an und deswegen kann ich manche Dinge mit normalen Erklärungen auch nicht umsetzen 


Das sind nur ein paar wenige Aspekte fürs erste. Ich bin selbst noch dabei, Wissen zu erwerben und nun auch Strategien zu finden, die mir meinen Alltag erleichtern können. (U.a. einen Monsieur Cuisine als Investition zu sehen, alleine damit die blöden Nudeln nicht mehr Überkochen). Ein Teil meiner Strategie ist auch, zu kommunizieren, dass ich anders funktioniere. Dass ich andere Bedürfnisse habe. Meine ersten Erfahrungen damit waren sehr positiv, die meisten Leute sind sehr rücksichtvoll und hilfsbereit. 


Wie es mir nun geht: für mich ist es eine Erklärung, für viele, viele Dinge die mir immer komisch vorgekommen sind. Ein bisschen ist es natürlich frustrierend zu wissen, dass manche Dinge einfach nie so funktionieren werden, wie bei anderen Menschen. Aber für viele Dinge gibt es wirklich super Strategien und insgesamt bin ich froh, diese Information nun zu haben und mich selbst nun wesentlich besser zu kennen. Und dazu kommt, dass ich meine Tochter (die mit Eintritt in die Oberstufe- wie ich damals auch) in der Schule sehr zu kämpfen begonnen hat, nun ganz anders unterstützen kann.
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Offline Kurai

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Re: Neurodivergenz
« Antwort #1 am: 21-07-2026, 15:26:26 »
Danke für deine Offenheit  :) und ja, da stehst du wohl nun am Beginn von einer ganz neuen Sicht auf dich Selbst. 

In meinem Freundeskreis gab es auch schon mehrere ADHS Diagnosen und alleine dadurch ist das Verständnis untereinander bzw füreinander gewachsen. Und auch nicht jeder "ADHS"ler funktioniert gleich - war mein Learning. Ebenso hab ich gelernt, dass es wohl eine genetische Komponente gibt, und auch da gibts von denjenigen ein paar Kinder, die es ebenso haben. Schwierig ist es darüber in der Generation unserer Eltern zu sprechen, weil "das hat ja jetzt jeder" (ihr könnt euch denken wie das weiter geht).
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Offline TheMechanix

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Re: Neurodivergenz
« Antwort #2 am: 21-07-2026, 17:08:42 »
Erstens mal: Find ich sehr stark, dass Du das öffentlich sagst! :) - Neurologische und psychologische Themen sind zwar nicht mehr ganz so ein Tabu wie vor 20 Jahren, aber trotzdem noch immer ein Tabu - insofern sehr wichtig, sowas laut auszusprechen! :)

Stell ich mir alles enorm anstrengend vor, insbesondere den Punkt mit dem fehlenden Geräuschfilter...und dass du deshalb mit Musik wenig anfangen kannst, find ich (aus der Perspektive von jemand, der sich ein Leben ohne das Hören von Musik eigentlich kaum vorstellen kann) unendlich schad für dich...umgekehrt, vielleicht kann man ja auch DA Strategien bzw. Musikarten finden, die sich mit deiner Neurodivergenz vertragen...

Aber ich "freu" mich jedenfalls für dich, dass Du Dich mit dem Wissen jetzt besser kennst, bzw. auch irgendwie ein bissl neu kennenlernen kannst... :)
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Offline wuschelengel

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Re: Neurodivergenz
« Antwort #3 am: 21-07-2026, 17:27:13 »
Danke für deine Offenheit :) und ja, da stehst du wohl nun am Beginn von einer ganz neuen Sicht auf dich Selbst. In meinem Freundeskreis gab es auch schon mehrere ADHS Diagnosen und alleine dadurch ist das Verständnis untereinander bzw füreinander gewachsen. Und auch nicht jeder "ADHS"ler funktioniert gleich - war mein Learning. Ebenso hab ich gelernt, dass es wohl eine genetische Komponente gibt, und auch da gibts von denjenigen ein paar Kinder, die es ebenso haben. Schwierig ist es darüber in der Generation unserer Eltern zu sprechen, weil "das hat ja jetzt jeder" (ihr könnt euch denken wie das weiter geht).
 
Danke für die positive Reaktion  :) 
Ja, es ist eine total neue Selbstsicht bzw. kann ich Seiten an mir nun viel besser annehmen. Ich habe autistische Personen im Freundeskreis und deshalb schon einiges an Wissen über Neurodivergenz, aber niemanden mit ADHS Diagnose- ich hab da leider wirklich auch vor allem die "Zappelphillip"-Buben im Kopf gehabt  ::) Seit ich mich damit beschäftigt habe, weiß ich allerdings dass ich so viele Merkmale habe, dass ich das totale Aushängeschild bin.  :-X 
Die "Modediagnose" -Reaktion hats in meinem Umfeld auch schon gegeben. Das waren vor 25 Jahren die Allergien, wo "plötzlich" viele Leute eine hatten (oder halt einfach die Diagnose bekommen haben), nun gibt es mehr Forschung zu Neurodivergenz und auch mehr Psycholog*innen, die sich auch auf die Testung von Erwachsenen spezialisiert haben (ADHS wurde vor allem bei Frauen oft übersehen). Natürlich steigt mit entsprechendem Fachwissen die Zahl der Diagnosen. 

Meine Eltern sind auch so ein Stichwort: ich hab ja ein sehr nahes Verhältnis zu meinen Eltern, sie haben aber schon den Verdacht komplett von der Hand gewiesen. Ich glaube, das ist so eine Schuldgefühlsache, da eine entsprechende Diagnose meine Schulzeit sehr erleichtern hätte können. Allerdings, fairerweise: dass ich um die Jahrtausendwende als Mädchen (!) eine korrekte ADHS Diagnose bekommen hätte, ist sehr unwahrscheinlich. Einen Abklärungsversuch meiner "Auffälligkeiten" hats aber tatsächlich nie gegeben. 
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Offline wuschelengel

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Re: Neurodivergenz
« Antwort #4 am: 21-07-2026, 17:35:10 »
Erstens mal: Find ich sehr stark, dass Du das öffentlich sagst! :) - Neurologische und psychologische Themen sind zwar nicht mehr ganz so ein Tabu wie vor 20 Jahren, aber trotzdem noch immer ein Tabu - insofern sehr wichtig, sowas laut auszusprechen! :) Stell ich mir alles enorm anstrengend vor, insbesondere den Punkt mit dem fehlenden Geräuschfilter...und dass du deshalb mit Musik wenig anfangen kannst, find ich (aus der Perspektive von jemand, der sich ein Leben ohne das Hören von Musik eigentlich kaum vorstellen kann) unendlich schad für dich...umgekehrt, vielleicht kann man ja auch DA Strategien bzw. Musikarten finden, die sich mit deiner Neurodivergenz vertragen... Aber ich "freu" mich jedenfalls für dich, dass Du Dich mit dem Wissen jetzt besser kennst, bzw. auch irgendwie ein bissl neu kennenlernen kannst... :)
Vielen Dank, ich hab ja jetzt seit der Verdachtsdiagnose bis zur diagnostischen Bestätigung eine Weile Zeit gehabt, zu überlegen wie ich damit umgehen will, wenn die Diagnose bestätigt wird. Und vor allem die schulische Situation meiner Tochter hat mich dazu motiviert, zu entscheiden: ich werde Lobbyismus betreiben. Ich werde darüber sprechen, überall wo ich dazu einen Rahmen habe. Ich werde informieren, ich werde meine Bedürfnisse mitteilen, ich werde aufmerksam machen, wie herausfordernd manche Situationen in der Gesellschaft für neurodivergente Personen sind und wie wenig man darüber weiß. Ich werde mich auch selbst weiter informieren, ich möchte mich auch mit anderen Betroffenen vernetzen. 
Und ich muss auch festhalten: ich hab das Glück, viel jener Dinge die durch Neurodivergenz schwer sind durch meine Hochbegabung gut kompensieren zu können- ich hab z.B. das typische Terminchaos nicht, weil durch den hohen IQ die Merkfähigkeit sehr hoch ist und ich dadurch trotz der permanenten Ablenkung und Reizüberflutung bei mir der Speichergrad an Information so hoch ist. Ich wäre bei mir selbst eben nie auf ADHS gekommen, weil ich mit Daten, Terminen, usw. super klar komme. Da wurde mir allerdings schon im Erstgespräch gesagt, dass diese Fähigkeit bei entsprechend kognitiver Fähigkeit nicht unwahrscheinlich ist- es mich aber wieder sehr viel Energieressourcen kostet.
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Offline lara_ela

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Re: Neurodivergenz
« Antwort #5 am: 21-07-2026, 21:47:16 »
Ich finde die Offenheit gut :D

Ich habs noch nicht ganz gelesen (ich sollte ja eigentlich was anderes machen ;D)
Aber ich frage mich, ob es das "neurotypische" Gehirn wirklich gibt...
Hat nicht jeder auf irgendwas schlechte Filter?
Das ist eine ernst gemeinte Frage.
Sie klingt vermutlich so als würd ichs nicht ernst nehmen. So ist es aber echt nicht gemeint!
Da aber so viele eine neurodivergente Diagnose bekommen... ist dann die Divergenz vielleicht normaler als man meint? Die Neurotypie sowieso nur eine Illusion, der wir versuchen zu entsprechen?
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Offline wuschelengel

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Re: Neurodivergenz
« Antwort #6 am: 21-07-2026, 22:43:52 »
Ich finde die Offenheit gut :D

Ich habs noch nicht ganz gelesen (ich sollte ja eigentlich was anderes machen ;D)
Aber ich frage mich, ob es das "neurotypische" Gehirn wirklich gibt...
Hat nicht jeder auf irgendwas schlechte Filter?
Das ist eine ernst gemeinte Frage.
Sie klingt vermutlich so als würd ichs nicht ernst nehmen. So ist es aber echt nicht gemeint!
Da aber so viele eine neurodivergente Diagnose bekommen... ist dann die Divergenz vielleicht normaler als man meint? Die Neurotypie sowieso nur eine Illusion, der wir versuchen zu entsprechen?
Ich bin keine Neurowissenschaftlerin, kanns also sicher nicht optimal erklären :) es ist aber neurowissenschaftlich bewiesen, dass bei neurdivergenten Personen die Vernetzung der Hirnstruktur anders ist, das sieht man auch. Und der Dopamin und Neurotransmitterhaushalt ist anders. Deshalb das Problem mit der Reizverarbeitung. Also ob es das gibt, würde ich wenn man sich die Faktenlage ansieht, nicht in Zweifel ziehen. Weltweit geht man von 15-20% Betroffenen aus, das ist eine Minderheit, aber doch eine beachtliche Gruppe und erklärt auch, warum seit es mehr Wissen dazu gibt recht wahrscheinlich ist, wen mit der Diagnose zu kennen.
Dass jeder individuell auch schlechte Filter hat, ist sicher so! Dennoch funktioniert eben die Informationsverarbeitung im neurodivergenten Gehirn anders.
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Offline lara_ela

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Re: Neurodivergenz
« Antwort #7 am: 22-07-2026, 10:48:36 »
Ich meine es so, man kennt die Diagnosen. Man untersucht aber nur die, die in der Schule Auffälligkeiten zeigen. Woher soll man wissen, dass die anderen die Reize "richtig" verarbeiten, vielleicht haben sie nur bessere Coping Mechanismen, weil die Ausprägung nicht so extrem ist.
Ich meine damit, dass "normal" das ist, was die Mehrheit betrifft. Aber eigentlich weiß man das ja gar nicht, weil man nur die Auffälligen untersucht. Vielleicht sind die jetzt sogenannt "neurotypischen" Gehirne eigentlich in der Unterzahl.
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Offline wuschelengel

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Re: Neurodivergenz
« Antwort #8 am: 22-07-2026, 11:08:21 »
Ich meine es so, man kennt die Diagnosen. Man untersucht aber nur die, die in der Schule Auffälligkeiten zeigen. Woher soll man wissen, dass die anderen die Reize "richtig" verarbeiten, vielleicht haben sie nur bessere Coping Mechanismen, weil die Ausprägung nicht so extrem ist.
Ich meine damit, dass "normal" das ist, was die Mehrheit betrifft. Aber eigentlich weiß man das ja gar nicht, weil man nur die Auffälligen untersucht. Vielleicht sind die jetzt sogenannt "neurotypischen" Gehirne eigentlich in der Unterzahl.
Da gibts ja große Studien dazu, damit man auf diese Zahlen kommt. Also die etablierten psychologische Tests zur Aufmerksamkeit wurden sicher auch mit nicht Betroffenen durchgeführt.
Stimmt, die Mehrheit gibt die Norm vor. Da viele Normen/Alltagssituationen aber auf neurotypische Personen ausgelegt sind, ist es für neurodivergente Personen oft viel schwerer, wie für Menschen mit anderen Einschränkungen auch, diesen Alltag zu meistern.

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Offline Charisma

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Re: Neurodivergenz
« Antwort #9 am: 22-07-2026, 11:45:45 »
Ich mag nicht zu viel über meine Kinder schreiben hier, aber so viel sei gesagt: beide neurodivergent, bei beiden Zufallsbefund im Zuge einer LRS-Testung beim Psychologen.

Die Diagnosen erklären unseren Alltag zu Hause so gut, schon allein das macht unser Leben leichter.
Im Alter milde.

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