Autor Thema: Tiere Familienmitglieder - übertrieben?  (Gelesen 229 mal)

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Online lara_ela

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Tiere Familienmitglieder - übertrieben?
« am: 19-07-2020, 12:48:22 »
Ich wusste nicht so recht wohin mit dem Thread.... aber da dies irgendwie doch auch ein Familienthema ist... naja, wenn euch vorkommt, es gehört woanders hin, dann bitte gerne verschieben!

Also, er Anlass des Themas:
eine Freundin musste letztens auf ihr Taufkind aufpassen, weil die Mutter mit der Katze zum Tierarzt gefahren ist. Sie hat mich angerufen (wir wollten nämlich eigentlich was machen), weil sie noch länger auf das Kind aufpassen musste, weil die Katze noch operiert wird: ihr wird ein Bein amputiert.
ich hab dazu nichts gesagt, aber... meine Meinung: einschläfern. Ich lasse doch einer Katze nicht ein Bein amputieren! Das finde ich vollkommen übertrieben!

Ich weiß, ich persönlich bin da recht hart....
Ich verstehe Trauer um die Tiere, aber nicht zb Krankenstand, wenn die Katze stirbt (hatte so eine Kollegin), oder Beine amputieren bei Katzen, oder Cortisonspritzen täglich, damit der Hund nicht eingeht.
also gehts zum Einen darum, dass ich finde, dass Tiere noch immer Tiere sind.

zum Anderen fällt mir auf, dass viele Menschen wegen der Kinder die Haustiere "krampfhaft" am Leben erhalten. Ich sehe aber keinen Sinn darin, die Kinder vor so etwas zu "bewahren" wovor denn? vor dem Leben, das notwendigerweise mit dem Tod einher geht?

Es geht also zum Einen um eine (fehlgeleitete?) Tierliebe
und zum Anderen um unseren Umgang mit dem Tod - und die damit zusammenhängende Vermittlung dieses Themes an unsere Kinder.
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Offline bert

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Re: Tiere Familienmitglieder - übertrieben?
« Antwort #1 am: 19-07-2020, 14:00:02 »
Das denke ich teilweise auch, nur kann ich das halt nicht pauschal beurteilen. Ich weiß nicht vielleicht hat eine dreibeinige Katze ja noch ein ganz gutes restliches Leben, da liegt mMn auch die Schwierigkeit das richtig einzuschätzen.
Im allgemeinen werden Tiere zu vermenschlicht und deshalb werden da dann auch Maßstäbe angewendet die wir sonst bei Menschen anwenden würden und selbst da ist manches diskussionswürdig.

Edith, möchte noch hinzufügen, das Kinder dadurch auch lernen mit Verlust umzugehen und das stecken sie dann oft besser weg als gedacht. Ich denke ein Tier nur deshalb am Leben zu halten und leiden zu lassen ist nicht richtig.
« Letzte Änderung: 19-07-2020, 14:31:51 von bert »

Offline Charisma

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Re: Tiere Familienmitglieder - übertrieben?
« Antwort #2 am: 19-07-2020, 14:15:15 »
Ich weiß schon, was du meinst.

Zum ersten, ich würde ein Tier nicht "künstlich am Leben erhalten". Es ist, für mich, immer noch ein Tier. Ich hab inzwischen den vierten Hund, drei musste ich schon verabschieden.
Ich habe sie alle geliebt, aber wenn es einem besser geht nach dem Verlust, kann man wieder einen Hund haben und den wird man aufnehmen und lieben.

Mit einem Freund oder Familienmitglied geht das nicht. Menschen sind unwiderbringlich.

Um die Kinder zu verschonen? Kann ich nicht nachvollziehen. Der Tod ist immer mit uns, kann jederzeit zuschlagen - davor kann man kein Kind bewahren.

Meine Kinder wachsen ohne meinen Vater auf, sie wissen, dass er Krebs hatte. Davor kann ich sie ja auch nicht verschonen.
Sie waren nur klein, als unser Hund letztes Jahr gestorben ist, aber sie waren nicht sehr traurig. Weil sie so klein waren.
Der Hund ist jetzt beim Opa, und das war's für die zwei.
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Online lara_ela

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Re: Tiere Familienmitglieder - übertrieben?
« Antwort #3 am: 19-07-2020, 14:31:17 »
Ich weiß, dass das nicht alle machen. aber es machen doch einige Eltern ... 
Wir mussten einige Pferde einschläfern. 
Und wir haben oft beim Schlachten zugesehen. Wurden da nicht irgendwie geschont.  

Bezüglich Katze... also es mag sein dass ein paar wohnungskatzen dreibeinig zufrieden sein können,  aber ansonsten kenn ich Katzen, wie sie auf Bäume kraxeln... das geht mit drei Beinen  nicht...
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Offline FaceValue

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Re: Tiere Familienmitglieder - übertrieben?
« Antwort #4 am: 19-07-2020, 18:33:14 »
Ich empfinde die genannten Beispiele (Amputation, tägliche Spritzen) nicht als übertrieben. Ich verstehe, wenn man das für sein Tier macht und alles probiert, was möglich ist. Ob ich es machen würd, hängt vom Einzelfall ab. Wenn das Tier bereits alt ist und schon viel durchgemacht hat, vielleicht nicht mehr, sonst schon! Ich find es aber auch gut und richtig, dass man Tiere einschläfern lassen kann. Ist humaner als zu warten, bis das Lebewesen von selbst eingeht.

Daheimbleiben, weil man um sein Haustier trauert? Versteh ich absolut!!! Also Krankenstand gibt's dafür eh nicht. Für die Betreuung von Haustieren gibt's gar nix.  Da kann man nur seinen Urlaub dafür verbrauchen. Und sich dann noch deppate Kommentare der Kollegen anhören, die das nicht verstehen.
Ich bin schon fit. Fit für die Großstadt.

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Online lara_ela

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Re: Tiere Familienmitglieder - übertrieben?
« Antwort #5 am: 19-07-2020, 18:37:43 »
brauchst ja nur zum Arzt gehen, dass es dir nicht gut geht, dann geht das schon.... je nach Arzt halt.
Ich kanns ehrlich gesagt auch nicht verstehen. Also weder dieses "alles probieren" noch die Pflege (das noch in manchen Fällen schon... also, sagen wir, das Tier hatte eine Operation, und braucht Pflege und danach sollts ihm wieder besser gehen).

Ansonsten denk ich manchmal, dass ich da vielleicht zu bäuerlich aufgewachsen bin.
Oder bin ich herzlos? hm...
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Offline v123

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Re: Tiere Familienmitglieder - übertrieben?
« Antwort #6 am: 19-07-2020, 20:37:47 »
Vermutlich muss man da wirklich in der Situation gewesen sein mal um es zu verstehen od nachvollziehen zu können 🤔

Ich hatte nie Haustiere u will auch jez keine, es is immer wieder mal Thema bei unseren Kids...aber es is idR auch ungeschriebenes Mutter-Gesetz, dass es letztendlich an der Mutter hängen bleibt sich um alles zu kümmern (Vorallem wenn man dann auch noch einen schusseligen Mann dazu hat 😂)...ich f mich bin da egoistisch: ich will ein Tier nicht in meinen Alltag einplanen müssen od bspw dann jmd anderen auch noch bitten dass hilft wenn wir wieder mal nicht da sind.

Die ganz arge Bindung u dieses „alles fürs Tier“ kenn ich aus meinem Umfeld aber nur aufgrund zwei konstellationen - 1. das Tier war schon vor KindERN da od 2. das Tier IST quasi das Kind u wird behandelt wie ein Familienmitglied.

Eine Freundin hat vor 3j ihren Kater verloren den sie schon 15j hatte - das is natürlich verdammt lang u kann ich schon noch iwie verstehen.
Ein Arbeitskollege hat mit partnerin einen Hund - wenn der erzählt, denk ich mir oft „pfuh, glücklicherweise werden Kinder älter u machen weniger Aufwand!“ 😅

Offline Milka

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Re: Tiere Familienmitglieder - übertrieben?
« Antwort #7 am: 19-07-2020, 20:46:43 »
Gerade die Amputation finde ich nicht übertrieben, wenn es eine junge Katze ist. Katzen gewöhnen sich schnell an ein Leben auf drei Beinen und können auch weiterhin klettern, Mäuse fangen. Ich finde es schlimm, nur die Möglichkeit des Einschläferns zu sehen, als ob man ein kaputtes Ding entsorgt. Generell ist jegliche Behandlung für mich nicht übertrieben, solange das Leiden eines Tieres nicht verlängert wird.

Und irgendwann stirbt das Tier und die Kinder kommen dann sowieso mit dem Tod in Kontakt, also man bewahrt sie ja nicht davor. Ich finde es auch besser, Kindern zu zeigen, dass Tiere es wert sind, ihnen zB durch eine OP noch ein paar gute Jahre zu schenken kann, als bei Problemen einfach das Tier einzuschläfern. Wenn das Tier alt ist und/oder Schmerzen hat, dann ist natürlich Einschläfern die einzige Lösung.
« Letzte Änderung: 19-07-2020, 20:51:09 von Milka »
Als Gott die Männer schuf, versprach er, dass ideale Männer an jeder Ecke zu finden sein
werden… und dann machte er die Erde rund.


Ich lebe in meiner eigenen Welt. Keine Sorge, man kennt mich dort.

Online lara_ela

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Re: Tiere Familienmitglieder - übertrieben?
« Antwort #8 am: 19-07-2020, 21:06:07 »
Katzen sind zwar wirklich sehr zäh... aber dennoch. ich finde es übertrieben und hat für mich wenig mit "guten Jahren" zu tun. sondern mit Egoismus.
Natürlich muss man immer die jeweilige Situation sehen. und immer abwägen. Das ist ja bei Komapatienten das gleiche - da möcht ich jetzt gar nicht hin.
Ich finde nicht, dass man Tiere sofort einschläfern sollte, sobald sie irgendwas haben - mein Voriger hatte diese Einstellung. bzw, was heißt Einschläfern, das kostet ja was.... dem Schicksal überlassen - eher so. Und da stimme ich echt nicht zu!
Aber so wie ich die Ausgaben für Futter und Grabstätten überzogen finde (Tierbesitzer geben oft mehr Geld für die Ernährung ihrer Tiere aus, als für ihre eigene), so finde ich auch dieses Alles für das Tier überzogen.
Wenn das Tier alt ist und ein paar Medikamente braucht, finde ich das völlig in Ordnung. oder, es hat eine Wunde, die genäht werden muss, oder es gibt einen Tumor, den man leicht entfernen kann... lauter solche Sachen. Natürlich! Es ist ja ein Lebewesen und eben nicht einfach wegzuwerfen!

Aber, wie gesagt, es ist natürlich immer situationsabhängig! und die Frage lässt sich eh nicht pauschal beantworten.
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Offline wuschelengel

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Re: Tiere Familienmitglieder - übertrieben?
« Antwort #9 am: 19-07-2020, 21:28:06 »
Ich kann dazu wenig beitragen. Wir haben kein Haustier. Und ich bin ein Stadtkind, ich hab von je her wenig Tierkontakte gehabt. 

Gleichwertig wie einen Menschen würde ich sie nicht sehen in der Familie- nein, dafür bin ich auch nicht der Typ. Dass man zu einem Tier eine Bindung aufbaut, selbstverständlich, dass man um ein Tier trauert verstehe ich auch (habe ich auch schon erlebt). 
Und welche Art von Medikamenten und Eingriffen sich wann rechtfertigen, damit kenne ich mich noch schlechter aus. Bei uns in der Anlage gibts eine 3beinige Freigängerkatze, schon seit Jahren (glaube der Besitzer hat sie aus dem Tierheim). Die ist sehr aktiv und wirkt auf mich auch wirklich fit und lebt schon seit Jahren gut so. Denke also, das lohnt sich dann wahrscheinlich schon. Bin aber froh, wenn ich sowas nicht entscheiden muss. 

Für mich sehr eigenartig sind die Leute, die ihren Hund im Kinderwagen spazieren fahren und dann auch noch einen Wagerlplatz im Bus beanspruchen.  >:( Diese Leute sind nicht so mein Fall.
Von mir eröffnete Themen haben immer mit mir und meinem Leben zu tun, außer das geht explizit aus diesem hervor.

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