Autor Thema: "Sex über 40" - Doku  (Gelesen 118 mal)

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Offline FaceValue

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"Sex über 40" - Doku
« am: 08-01-2026, 22:44:43 »
https://www.3sat.de/wissen/nano-doku/260108-nano-doku-sendung-sex-mit-40plus-freiheitsbooster-oder-lustkiller-ndk-100.html

Heute auf 3sat gesehen.
Es wurden viele Punkte betrachtet, die wir im Forum auch diskutieren (zuletzt im "rosa Viagra Thread).

Hängen geblieben bei mir ist ua Folgendes:

- Frauen in Beziehungen leiden 3x häufiger unter Lustlosigkeit als Singles. (Danke für die Beantwortung meiner Frage.)
- Die Lust nimmt signifikant ab, wenn Frauen (zu) viel Care Arbeit übernehmen.

- Mehr als 2/3 der frisch verliebten Paare haben wöchentlich Sex (egal in welchem Alter, also auch verliebte ältere Menschen). In Langzeitbeziehungen sind es 1/3.

- Sexualität ist fluide und so können sich mit zunehmendem Alter andere Vorlieben einstellen (auch was sexuelle Orientierung betrifft.
- Gleichzeitig wächst mit zunehmendem Alter das Selbstbewusstsein, seine individuelle Sexualität und auch Beziehungskonstellation so zu leben, wie es für einen passend ist - auch wenn man damit gegen Normen "verstößt".

Alles keine großen Überraschungen aber es war interessant, ein paar Studien und verschiedene Blickwinkel zu hören.
« Letzte Änderung: 08-01-2026, 22:51:20 von FaceValue »
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Re: "Sex über 40" - Doku
« Antwort #1 am: 08-01-2026, 23:06:35 »
Was mir aufgefallen ist bei den Bespielfällen aus der Doku: Wenn jemand aus "nachvollziehbaren Gründen" (zb gesundheitlichen Aspekten) keine oder weniger Lust hat, wird das eher mit einer "Ist halt so, müssen wir damit leben" Einstellung angenommen. Wenn jemand aber "ohne erkennbaren Grund" keine Lust hat, wird es als Problem wahrgenommen und man möchte das beheben.
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Offline lara_ela

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Re: "Sex über 40" - Doku
« Antwort #2 am: 09-01-2026, 05:30:52 »
Das versteh ich aber irgendwie...

Also ja, danke für die Zahlen. Traurig ist das. Für mich.
Aber es zeigt sich wieder, dass die Männer selbst schuld sind  dass ihre Frauen nicht mehr wollen, es aber trotzdem die Frauen sind, die auch dafür die Verantwortung übernehmen sollen.
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Re: "Sex über 40" - Doku
« Antwort #3 am: 09-01-2026, 09:44:06 »
Ich versteh das auch. Vor allem, wenn es mal anders war. 
Wenn es immer schon so war, kann man auch in Betracht ziehen, dass sich die Person auf dem A-Spektrum befindet. 
Aber auch dann muss man schauen, wie man damit umgeht.
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Re: "Sex über 40" - Doku
« Antwort #4 am: 09-01-2026, 09:49:47 »
Mag die Doku nicht sehen. Aber nachdem sich meine Einstellung, meine Bedürfnisse, meine Wünsche, meine Vorlieben meine Lust mit exakt 40 radikal verändert - wurde das irgendwie näher thematisiert? Bzw. woher das kommen kann?
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Re: "Sex über 40" - Doku
« Antwort #5 am: 09-01-2026, 10:07:39 »
Das versteh ich aber irgendwie... Also ja, danke für die Zahlen. Traurig ist das. Für mich. Aber es zeigt sich wieder, dass die Männer selbst schuld sind dass ihre Frauen nicht mehr wollen, es aber trotzdem die Frauen sind, die auch dafür die Verantwortung übernehmen sollen.

Ich persönlich sehe das nicht als irgendjemandes Schuld. Trotzdem ist es oft mit Schuldgefühlen verbunden, stimmt schon. In der Doku wurde thematisiert, dass Frauen eher verständnisvoll reagieren, wenn beim Partner sexuelle Schwierigkeiten auftauchen, aber sich schuldig fühlen, wenn sie selbst Schwierigkeiten haben.

Es gab auch ein Fallbeispiel einer Frau, die gesagt hat, sie hatte nie sonderlich Lust und macht es nur "weil es halt dazugehört". Könnte also durchaus Asexualität sein. Sie ging dann in Behandlung, weil sie Angst hatte, wenn der Paarsex ganz versiegt, ist ihre Ehe bald vorüber - und auch, weil ihr andere Frauen erklärt hatten, das sei nicht "normal", dass man gar keine Lust hat.  Das fand ich richtig schirch zum Zuschauen/-hören. Die hatte richtig den Glaubenssatz "Männer brauchen Sex, Frauen machen es halt" und voll Druck deswegen. Klar, sie und ihr Partner könnten diese Erwartungshaltung reflektieren, aber das ist ja kein Einzelproblem sondern schon die Haltung, mit der viele von uns sozialisiert wurden - also da spielen dann Geschlechterrollen und Vorstellungen der Gesellschaft ins eigene Sexleben rein.
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Re: "Sex über 40" - Doku
« Antwort #6 am: 09-01-2026, 10:13:25 »
Mag die Doku nicht sehen. Aber nachdem sich meine Einstellung, meine Bedürfnisse, meine Wünsche, meine Vorlieben meine Lust mit exakt 40 radikal verändert - wurde das irgendwie näher thematisiert? Bzw. woher das kommen kann?

Also medizinisch wurde das nicht erklärt, ob / warum sich da mit 40 was ändert. Aus soziologischer Sicht wurde es betrachtet und so erklärt, dass das ein Alter ist, wo viele aufhören, den Erwartungen anderer zu entsprechen und mehr auf die eigenen Bedürfnisse hören. (In dem Sinne, dass diese Bedürfnisse eh vorher auch schon da waren, man dem aber keinen Raum gegeben hat.)
Da war eine Frau als Fallbeispiel, die erzählt hat, sie habe in ihrer ersten Lebenshälfte Sex sehr "performativ" gesehen und gemacht, was der Partner wollte, und erst um die 40 ihre eigene Sexualität "entdeckt". Und dieses Erwachen hat sich dann in andere Lebensbereiche übertragen, zB hat sie sich dann endlich auch getraut, das anzuziehen, was ihr gefällt.
« Letzte Änderung: 09-01-2026, 10:16:18 von FaceValue »
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Re: "Sex über 40" - Doku
« Antwort #7 am: 09-01-2026, 10:15:54 »
Also medizinisch wurde das nicht erklärt, ob / warum sich da mit 40 was ändert. Aus soziologischer Sicht wurde es betrachtet und so erklärt, dass das ein Alter ist, wo viele aufhören, den Erwartungen anderer zu entsprechen und mehr auf die eigenen Bedürfnisse hören. (In dem Sinne, dass diese Bedürfnisse eh vorher auch schon da waren, man dem aber keinen Raum gegeben hat.) Da war eine Frau als Fallbeispiel, die erzählt hat, sie habe in ihrer ersten Lebenshälfte Sex sehr "performativ" gesehen und gemacht, was der Partner wollte, und erst um die 40 ihre eigene Sexualität "entdeckt".
Danke, ich finde das sehr schlüssig. Bei mir wars kein "performen wie der Partner wollte", das trifft auf meinen Mann überhaupt nicht zu. Dennoch hat sich gravierend was verändert und die Erklärung mit dem aufhören zu entsprechen finde ich extrem treffend und  zieht sich bei mir durch alle Lebensbereiche. 
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Re: "Sex über 40" - Doku
« Antwort #8 am: 09-01-2026, 10:19:20 »
Ah das hab ich eben im Post noch ergänzt, dass es sich in andere Lebensbereiche auch reinzieht - bei ihr wars zB so, dass sie endlich die Kleidung getragen hat, die sie wollte (was anscheinend ihr Umfeld öfters negativ kommentiert hat aber irgendwann war ihr das halt "wurscht". Die war überhaupt ein sehr schönes Positiv-Beispiel von "Mit 40 gehts erst los!" Jetzt war sie Ende 50, gibt Tanzunterricht, hat einen Podcast, hat Sex wie und mit wem sie möchte, und schaut gut aus in ihren schrillen Outfits.  :D
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Re: "Sex über 40" - Doku
« Antwort #9 am: 09-01-2026, 10:22:33 »
Ich glaube auch, dass es da draußen ganz viele Leute auf dem A-Spektrum gibt, die aber durch den gesellschaftlichen Druck trotzdem Sex haben - als Frau, weils der "Mann ja braucht", als Mann, weil er "als Mann schließlich dauergeil sein muss" (überspitzt dargestellt, aber ihr wisst, was ich meine). 
Dass jemand A ist (da gibts ja auch x Formen und Ausprägungen), ist ja auch überhaupt kein Problem. Es kann aber schon eines sein oder werden, wenn der Person das erst während der Beziehung klar wird und die andere Person halt einen größeren Sex Drive hat. Da muss man dann echt schauen, was man macht. 

Und ich kann mir das auf jeden Fall vorstellen, dass das genau so stimmt mit den Frauen um die 40. Es kommt dann ja auch weniger Erwartungsdruck von außen, aber auch der eigene sinkt bzw. ändert sich.
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