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Mutterschaft / Vaterschaft + nebenbei studieren
von
radiohead
am 06 Mär, 2011 10:07
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Liebe Forumsgemeinde,
gibt es unter euch Eltern die an einer Uni oder FH studieren? Bei uns ist es so, dass wir beide ein Fernstudium neben dem Beruf bewältigten und vom Kindersegen überrascht wurden. Meine Partnerin ist jetzt ziemlich traurig darüber, dass sie wegen der vielen Zeit und Energie, die das Kind braucht (Stillen, Wickeln, Schlafmangel) große Schwierigkeiten hat, ihr Studium voranzutreiben. Ich versuche zwar, sie zu unterstützen wo es geht, aber das Wichtigste ist derzeit die Mutterbrust, und die kann ich ihm nicht bieten. Während ich in etwa einem dreiviertel Jahr fertig sein werde, denkt sie daran alles hinzuschmeißen. Obwohl sie auch nur noch ein ca. 1 Jahr hätte. Ich suche nun nach einer Möglichkeit dass sie es doch noch schaffen kann. Würde mich über eure Meinung bzw. Erfahrungsberichte freuen
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#1
von
wuschelengel
am 06 Mär, 2011 10:32
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Mein Mann und ich studieren beide. Für mich war mein Studium immer ein Ausgleich zum Kind, keine Belastung. Ich hab allerdings im ersten Lebensjahr unseres Sohnes die Stunden drastisch reduziert und nur gemacht, was damals für mein Stipendium erforderlich war. Ich habe übrigens 7 Monate voll gestillt. Was für mich/uns aber ganz wichtig war: familiäre Unterstützung. Und ich muss dazu sagen: unser Sohn ist in den Sommerferien gekommen und da hatte mein Mann auch 3 Wochen Urlaub. Diese allerersten Wochen haben nur uns gehört. Hinschmeißen wäre schade. Aber wäre eine Pause bis zum Sommer nicht möglich? Ein Kind ist auf einer FH ein Grund, für den man sich beurlauben lassen kann.
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#2
von
Charisma
am 06 Mär, 2011 10:57
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Es ist nix, was ich mir freiwillig angetan hätte, für mich war auch immer klar, dass ich ein Kind erst dann haben will, wenn alles passt. Und ein nicht abgeschlossenes Studium gehört da für mich dazu. Aber jeder, wie er will. Wenn ich doch unverhofft als Studentin schwanger geworden wäre, hätte ich es aber trotzdem behalten.
Nachdem ich mein "berufsbegleitendes" Studium im November geschmissen hab, hab ich mit einer passierten (weil ungewollt wär sie nicht) Schwangerschaft auch dahin gehend kein Problem. Ich hätts dann auch geschmissen *gg*
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#3
von
Kurai
am 06 Mär, 2011 11:29
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Was macht sie denn? Uni, FH? Macht sich schon ne Abschlussarbeit? Ich würd an ihrer Stelle nie und nimma mehr das Studium hinschmeißen, auch wenns sich momentan aussichtslos anfühlt. Sie ist schon so weit gekommen! Wie wärs wirklich mit einer Beurlaubung? Da kann sie sich daweil besser aufs Kind konzentrieren und nach dem Sommer sieht die Welt schon wieder anders aus?
Ich sehs ja bei mir selbst, wir haben die Kleine von meinem Freund jedes zweite Wochenende, aber eben die Wochenenden sind für mich am besten zum Lernen. Das muss ich auch schon einplanen. Wär ein Kind uns passiert, ich würds schon behalten denke ich - aber genauso wie Charisma ich hätts mir zur Studiumszeit nicht gewunschen.
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#4
von
radiohead
am 06 Mär, 2011 13:05
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Danke für die Antworten.
Sie studiert an einer englischen Uni. Bisher war sie auch stets eine der Besten in ihrer Gruppe. Fachlich würde sie es locker schaffen. Das Problem ist ihre Schwäche Stress zu bewältigen und die Neigung zu depressiven Verstimmungen. Das war während der Schwangerschaft auch schon alles andere als einfach. Zudem klammert sie sich derzeit sehr an das Kind und nimmt angebotene Hilfe nicht in Anspruch.
Die erste Woche hätte für uns auch besser nicht sein können. Wir waren alle im besten Sanatorium der Stadt, wurden behandelt wie die Kaiser und hatten uns zu 100% auf den Kleinen konzentrieren können.
Für das Semester hat sie die (hohen) Studiengebühren schon bezahlt und bekommt jetzt nichts mehr zurück.
Ich bin davon überzeugt dass sie es schaffen kann, aber wie erkläre ich das einer Frau im Babyblues?
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#5
von
wuschelengel
am 06 Mär, 2011 14:09
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Ich halte es für das natürlichste der Welt, dass sie sich an das Baby "klammert". Es war jetzt 9 Monate in ihrem Bauch. Natürlich will sie es noch nicht gerne "hergeben". Abgesehen davon hat ihr Körper sich bestimmt noch nicht von der Schwangerschaft und Geburt erholt. Wochenbett dauert rund 6 Wochen und in denen sollte sie eigentlich Pause haben und sich nur auf sich und das Baby konzentrieren müssen, wenns denn irgendwie geht. Hast du sie schon gefragt, welche Form der Hilfe sie sich vorstellen kann bzw. brauchen würde? Und selbst wenn sie nichts zurückbekommt für das Semester- bevor sie ganz aufhört und damit das ganze bisher investierte Geld vergebens war, wärs trotzdem sinnvoller, das eine Semester sausen zu lassen und dann wieder mit voller Energie durchzustarten.
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#6
von
lara_ela
am 06 Mär, 2011 17:31
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wie mir ein Freund vor gar nicht langer Zeit erklärte, machen "wir" (seine Freundin, ich, die Freundinnen im Freundeskreis) alle "falsch": wir studieren oder haben fertig studiert. dann kommt erstmal die Arbeit und dann kommt - irgendwann - ein Kind. am besten wärs eigentlich: gleich zu Beginn des Studiums schwanger werden, nebenher studieren, bis man fertig ist dauerts eh noch, dann kommt das kind in den Kindergarten, und Mutter kann zum Arbeiten beginnen usw... und tja... das sind die Vorteile, die sie jetzt hat! dadurch, dass sie ein Kind bekommen hat, verlängert sich auch die FamBH bis 27 (falls sie da überhaupt noch reinfällt). sie muss natürlich jetzt zurückstecken aber hinschmeißen braucht sies nicht! sie braucht sich keine Sorgen machen, ob es gscheit ist nach dem Studium ein Kind zu kriegen, oder ob sie lieber gleich arbeiten soll und später ein Kind kriegen soll und wann ist überhaupt der gute Zeitpunkt... und so weiter. diesen ganzen Stress braucht sie sich nicht mehr zu machen.
vielleicht sind das Gedanken, mit denen man sie ein bissi aufheitern kann. wichtig ist, so glaube ich, ihr das Gefühl zu geben, dass du sie verstehst - ich formuliere es extra so, weil, wenn du jetzt antwortest, dass du sie eh verstehst, dann heißt das trotzdem noch nicht, dass du ihr auch dieses Gefühl gibst (ohne, dass ich damit jetzt sagen will, dass du es ihr nicht gibst!) Sie muss wissen, dass du voll und ganz hinter ihr stehst!
bekommt sie die Gebühren sicher nicht mehr zurück? schon nachgefragt? und bei wem?
ich denke, du solltest ihr zwar Mut machen, dass sie das Studium NICHT hinschmeißt (wozu denn auch? wenn die Gebühren sowieso gezahlt sind, wieso sollte sies dann hinschmeißen? wieviele Leut vermasseln mind. ein Semester! also ist ein verlorenes Semester gar nichts! oder auch zwei sind gar nichts!) aber, du solltest ihr auch zeigen, dass du auch hinter ihr stehst, wenn sies doch sein lässt. ganz genau genommen ist das nämlich jetzt egal. ich weiß nicht, wie die an dieser Uni sind, wenn sie was verpasst. ob sie nicht mehr einsteigen kann... aber ich glaube, besonders auch ein Kind ist ein guter Grund, dass es kein Problem ist wieder einzusteigen. von dem her ists sogar irrelevant, wenn sie jetzt behaupten würde, sie schmeißt es hin, wenn sie dann in ein paar Monaten doch wieder mehr Mut hat und sagt sie macht weiter. weißt du, was ich meine? wichtig ist: hinter ihr zu stehen!
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#7
von
Fuxi
am 06 Mär, 2011 19:24
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Ich bin davon überzeugt dass sie es schaffen kann, aber wie erkläre ich das einer Frau im Babyblues?
gar nicht. no offense, aber ihr männer könnt ja nicht mal verstehen, wie es sich für uns frauen anfühlt, wenn wir unsere tage haben (zumindest hätte ich da noch keinen erlebt, der mir diesbezüglich empathie entgegenbringt *ggg*), und wieviel schlimmer ist das hormonelle chaos und die erschöpfung bei schwangerschaft und geburt! da wär ich an ihrer stelle schwer beleidigt, wenn der mann dann zu mir sagt: "geh, alles ned so schlimm, das schaffst schon." nie im leben kann sich ein mann (oder eine kinderlose frau wie ich*g*) vorstellen, wie "schlimm" es einem wirklich nach einer geburt geht. deswegen würd ich an deiner stelle das thema momentan ruhen lassen und nix dagegen sagen, wenn sie jetzt sagt, sie schmeißt alles hin. frau jetzt mal nur unterstützen und nicht widersprechen und in ein paar monaten schaut die welt wieder anderes aus.
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#8
von
lara_ela
am 06 Mär, 2011 19:29
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ja schön erklärt! das meinte ich mit "das gefühl geben, dass er sie versteht". was allerdings eh total schwer ist. ich überlege gerade...
wenn er jetzt sagt "schon gut, ich verstehe dich" kommt als Antwort garantiert "gar nichts verstehst du!" wenn er jetzt sagt: "ist doch alles halb so schlimm" "du hast doch gar keine Ahnung!" oder wahrscheinlich ganz schlimm: nachfragen, wie sie sich das vorstellt: "und was willst du dann machen?" oder sowas, dann wird sie "gezwungen" eine Antwort zu geben, die sie nicht weiß, das wird ihr dann erst recht bewusst und dann verzweifelt sie.
also leicht ist es nicht verständnis zu zeigen. aber da muss er wohl jetzt auch durch!
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#9
von
bert
am 07 Mär, 2011 09:52
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Sie studiert an einer englischen Uni. Bisher war sie auch stets eine der Besten in ihrer Gruppe. Fachlich würde sie es locker schaffen. Das Problem ist ihre Schwäche Stress zu bewältigen und die Neigung zu depressiven Verstimmungen. Das war während der Schwangerschaft auch schon alles andere als einfach. Zudem klammert sie sich derzeit sehr an das Kind und nimmt angebotene Hilfe nicht in Anspruch.
Sorry, aber diese Aussage finde ich etwas hart. Ich habe zwar nicht sehr viel Ahnung von Babys und Kleinkinder, aber ich weiß das gerade Säuglinge ein Fulltimejob sind und in diesem Zusammenhand finde ich die Aussage "ihre Schwäche Stress zu bewältigen" etwas hart, weil ich glaube da hätten die meisten Frauen Probleme diese Belastung auf die Reihe zu bekommen.
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